Ergebnisse aus der kommunalen Präventionsforschung in Europa

Making Prevention Work!

Prävention zum Laufen bringen – das beschäftigt das Team „Kein Kind zurücklassen!“ und mich seit 2012. In den Jahren haben wir gesehen, wie unglaublich viele Aspekte eine Rolle spielen, um Kindern gute Entwicklungschancen zu bieten. Angefangen bei den materiellen und psychischen Möglichkeiten der Eltern über die Zusammenarbeit in den Kommunen zu gesundem Aufwachen, (frühkindlicher) Bildung, Erziehung und Soziales bis zur Offenheit der Fachkräfte untereinander für die jeweilige Perspektive des anderen.

 

Rolle von Kommunen, Bund und Land

Doch nicht nur in den Kommunen wird gelingendes Aufwachsen gestärkt, auch Bund und Länder sind gefragt. Wie offen sind Schul- und Gesundheitsministerien für gemeinsames Handeln im Sinne der Kinder, insbesondere armer und benachteiligter Kinder? Wie werden Präventionsangebote auskömmlich finanziert? In Deutschland ist das ein dickes Brett, das es zu bohren gilt, gerade auf Grund der föderalen Strukturen.

 

Elf Länder und Deutschland

Vor dem Hintergrund waren wir neugierig zu sehen, wie andere europäische Länder das Thema angehen, und welchen Beitrag die EU für gelingendes Aufwachsen leisten kann. Das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung in Speyer hat zusammen mit der Fernuniversität Hagen und der Wirtschaftsuniversität Wien elf europäische Länder, nämlich Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, Litauen, die Niederlande, Österreich, Schweden, Spanien und die Tschechische Republik, näher angeschaut.

Making Prevention Work  (deutsch)

 

Gibt es präventive Aktivitäten? Wie einfach oder schwierig sind die sozialstaatlichen Strukturen in den Kommunen zu koordinieren? Welche Hilfsangebote werden Kindern und Familien bei konkretem Bedarf zur Verfügung gestellt? Inwieweit sind Hilfsangebote in Institutionen integriert, die von Kindern und Familien ohnehin regelmäßig aufgesucht werden?

 

Gute Ideen

In Frankreich, Österreich und den Niederlanden sind die Aktivitäten zur Prävention in der Tiefe betrachtet und vielversprechende Ansätze gefunden worden. Frankreich und die Niederlande zeigen, wie hilfreich ein primärpräventiv ausgerichtetes und in der Kommune verortetes öffentliches Gesundheitswesen kann. In Graz lernen wir, dass Sozialraumorientierung funktioniert.

 

Europa unterstützt

Mit der Empfehlung „Investing in Children“ hat Europa 2013 den Mitgliedsstaaten die Möglichkeit eröffnet, Kinder mit europäischen Fördermitteln ganzheitlich zu begleiten. Auch auf europäischer Ebene steigt das Bewusstsein, wie wichtig Prävention für gelingendes Aufwachsen ist, damit gesellschaftliche und berufliche Teilhabe überhaupt möglich sind. Fortgesetzt wird „Investing in Children“ über die Child Guarantee, die basale Versorgung für alle Kinder in Europa fördern möchte. Das Engagement in den Mitgliedsstaaten lässt bisher leider noch deutlich Luft nach oben.

Making_Prevention_Work (englisch)

 

Bildnachweis: © taramara78 / matka_Wariatka / Annashou / New Africa – stock.adobe.com

 



Kommentare

  1. / von Manuela Outiti

    Ich würde gerne wissen, was dazu über die Zielgruppe der älteren Menschen bisher als kommunale Prävention getan und/oder geschrieben wurde. Zumal wir hier das große Problem/Herausforderung haben auch präventiv digitale Medien- und Gesundheitskompetenz, gerade bei dieser Gruppe, im Lebensumfeld anzubieten. Denn die Herausforderung der Akzeptanz von der rasant wachsenden Entwicklung der e-Gesundheit steht nicht vor, sondern bereits mit einem Fuß in der Tür. Viele Kapazitäten im Quartier fehlt die Förderung und ein grosses Potential geht verloren oder kommt nicht zur Nutzung. Hier ist ebenfalls leider noch viel Luft nach oben.

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