@Annika Eußner

Was haben die Stadt Aschaffenburg, die Stadt Freiburg, die Stadt Gütersloh, die Stadt Jena, die Stadt Kirchheim unter Teck, die Stadt Krefeld, die Kreisstadt Merzig, der Landkreis Oberallgäu, die Stadt Oldenburg, der Landkreis Osnabrück, die Verbandsgemeinde Schweich, der Landkreis Sonneberg und die Stadt Tübingen gemeinsam?

Diese dreizehn Kommunen gehen das Thema Integration von Geflüchteten im Zuge des Projekts „Ankommen in Deutschland“ aktiv an. Für vier bis neun Monate begleitet die Bertelsmann Stiftung diese Kommunen auf einem Prozess, der verschiedene lokale Akteure miteinbezieht und mit einer maßgeschneiderten und nachhaltigen Integrationsstrategie endet. Erste positive Effekte sind bereits erkennbar.

Um Geflüchteten die aktive Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, müssen zuerst die notwendigen Bedingungen geschaffen werden. Hierbei geht es einerseits um greifbare Maßnahmen wie den Zugang zu Deutschkursen, aber auch um Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt sowie allgemeingesellschaftliche Akzeptanz.

Zwar engagieren sich viele Akteure in diesen Bereichen, jedoch fehlt oft die strategische Kooperation zwischen verschiedenen Stellen. Das hat zur Folge, dass viele Schritte nicht aufeinander abgestimmt werden. So wurden in der Vergangenheit zum Beispiel Daten zu Qualifikationen oft doppelt und dreifach erhoben – von der Bundesagentur für Arbeit, von kommunalen Jobcentern, und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Wichtige Informationen bezüglich der Fähigkeiten und Ausbildungsbedürfnisse von Geflüchteten wurden oft nicht erfasst oder konnten nicht geteilt werden.

Und das ist nur einer von vielen Fällen, die zeigen, dass Geflüchtete vielerorts einen Flickenteppich vorfinden. Es gilt daher verschiedene Akteure – Verwaltung, Ehrenamtliche, Migrantenorganisationen, Arbeitsmarktakteure, etc. – zu vernetzen, damit die Ankunft von Geflüchteten in der deutschen Gesellschaft ein abgestimmter Prozess wird.

Deshalb zielt dieses Projekt auf eine ganzheitliche Integration. Um das zu erreichen, stehen den Kommunen vier erfahrene Prozessbegleiter zur Seite. Jede Pilotkommune wählt dabei einen von vier Kernbereichen:

Im Zuge mehrerer Veranstaltungsformate treffen lokale Akteure aufeinander, lernen einander kennen, und entwickeln dann in einem partizipativen Prozess gemeinsame Strategien.

Einer der Piloten ist die Stadt Krefeld in Nordrhein-Westfalen, wo bereits mehrere Initiativekreise und ein Fachforum stattgefunden haben. Lokale Akteure nutzten diese Gelegenheiten, um mehr über die Arbeit und Zuständigkeiten des jeweilig anderen zu erfahren. Dadurch wurde schnell klar, dass künftig ein transparenteres System für Geflüchtete aufgestellt werden soll – mit weniger Anlaufstellen und besser gebündelten Informationen (durch, zum Beispiel, einen gemeinsamen Newsletter). Konkrete Schritte sind bereits in Planung.

Parallel zu diesem Austausch auf lokaler Ebene vertieft die Bertelsmann Stiftung auch die Zusammenarbeit mit internationalen Experten im Bereich Integration. Im Sinne von Reinhard Mohns Motto „von der Welt lernen“, kooperiert die Bertelsmann Stiftung mit der Organisation Welcoming America, die in den USA mit mehr als 100 Kommunen zusammenarbeitet, und mit der kanadischen Cities of Migration. Mehr Informationen zu diesem internationalen Austausch folgen in den kommenden Monaten!

Über den Autor

Klaudia Wegschaider hat vor kurzem ihr Masterstudium in Migrationswissenschaft an der Universität Oxford abgeschlossen. Zuvor studierte sie Politikwissenschaft und Englische Literatur an der University of British Columbia in Vancouver. Seit...

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