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„Deutschland ist auf dem Weg zu einem offenen und toleranten Einwanderungsland“, so der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Dr. Manfred Schmidt, bei seiner Begrüßungsrede anlässlich des 5-jährigen Jubiläums, das der „Kommunale Qualitätszirkel zur Integrationspolitik“ in Berlin am 21. März feierte. Ein gemeinsamer Wettbewerb der Bertelsmann Stiftung und des BMI gab damals den Startschuss.

Wie eine Zeitreise zeichneten die Referenten aus Politik, kommunalen Spitzenverbänden, Kommunen und Stiftungen die Entwicklung der „Integrations- und Migrationspolitik“ in Deutschland in den vergangenen fünf bis zehn Jahren nach. Prof. Dieter Filsinger, Weggefährte des „Qualitätszirkels“ seit der ersten Stunde, machte deutlich, dass die Kommunen stets Vorreiter der Integrationsdebatte – vor Bund und Ländern – im vergangenen Jahrzehnt waren.

Claudia Walther, Bertelsmann Stiftung, plädierte, die neu auf der Agenda stehende Willkommenskultur nicht nur als Werbemaßnahme für neue Einwanderer zu verstehen. Stattdessen sollte sie zusammengedacht werden mit einer Anerkennungskultur beziehungsweise einer Integrationspolitik, die auf Inklusion und Teilhabe setzt, und für neue wie bereits hier lebende Migranten gelten muss. Nur wer weiß, dass er hier attraktive Lebensbedingungen für sich und seine Familie erwarten kann, wird sich auf eine Einwanderung nach Deutschland einlassen, so ihre These.

Als Startschuss dieses „lernenden Netzwerkes“ bezeichnete Gari Pavkovic, Integrationsbeauftragter der Stadt Stuttgart, den gemeinsamen Wettbewerb von Bertelsmann Stiftung und Bundesinnenministerium (BMI) „Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik“ 2005. Als einer der vier Preisträger-Kommunen hatte die Stadt Stuttgart damals die Initiative ergriffen und zunächst der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement) die Koordinierung eines „Innovationszirkels Integrationspolitik“ vorgeschlagen, in dem die von der Wettbewerbsjury bereisten Städte und Kreise gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Wissenschaft und Stiftungen versuchen, die kommunale Integrationspolitik weiterzuentwickeln.

Nach drei Jahren übernahm die Stadt Stuttgart die Koordinierung des „Qualitätszirkels“. Mit zahlreichen Gutachten zum jeweils aktuellen Integrationsgeschehen gab dieser wichtige Impulse für integrationspolitische Diskurse, aber vor allem auch für die kommunale Praxis. Als neues Thema stehen Lotsen- und Servicedienste für neue Einwanderer auf der Agenda. In Berlin, Hamm oder dem Kreis Düren gibt es hier bereits Ansätze, die zur Nachahmung einladen.

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Betreut das Portal „Wegweiser-Kommune.de“ der Bertelsmann Stiftung und ist stets auf der Suche nach guten Praxisbeispielen für den Wegweiser und verfolgt die Frage: „Wie kann man Ideen zur Gestaltung des...

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