Equal Pay Day in diesem Jahr am 10. März

Der Equal Pay Day markiert rechnerisch den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern umsonst arbeiten. Er ist vor über 30 Jahren in den USA entstanden und wurde von den amerikanischen Business and Professional Women (BPW) geschaffen, einem Berufsnetzwerk für angestellte und selbstständige Frauen. Inzwischen findet er in über 20 europäischen Ländern statt – so auch in Deutschland.

Gender Pay Gap 2020 für Deutschland

In seiner aktuellen Pressemeldung hat das Statistische Bundesamt (Destatis) den sogenannten Gender Pay Gap 2020 veröffentlicht: Demnach haben Frauen im letzten Jahr 18 Prozent weniger verdient als Männer. Der Verdienstunterschied fiel damit etwas geringer aus als 2019, allerdings könnte dies durch Sondereffekte aufgrund der Corona-Krise entstanden sein.

Der Gender Pay Gap ist eine Möglichkeit von vielen, die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt aufzuzeigen. Allerdings stellt er auf Basis von Bruttostundenlöhnen nur eine Momentaufnahme für ein bestimmtes Jahr dar. In der Studie „Wer gewinnt? Wer verliert? Die Entwicklung und Prognose von Lebenserwerbseinkommen in Deutschland“ stellen unsere Kolleginnen fest, dass Ungleichheiten, die sich im Laufe eines Erwerbslebens aufbauen, so nur begrenzt abgebildet werden können. Für die Studie wurde daher der sogenannte Gender Lifetime Earnings Gap berechnet – eine komplexe Methodik mit hohen Datenanforderungen.

 

Regionale Unterschiede

Partizipation und Chancen am Arbeitsmarkt unterscheiden sich aber nicht nur nach den Geschlechtern, sondern auch regional. Hier können verschiedene Indikatoren auf Kreisebene und teilweise auch auf Gemeindeebene betrachtet werden, die im Datenportal Wegweiser Kommune abgerufen werden können: Neben dem sogenannten Verdienstabstand können auch weitere Indikatoren wie die Frauenbeschäftigungsquote oder geringfügige Beschäftigung von Frauen und Männern kleinräumig analysiert werden.

Die Gründe für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind vielfältig. Neben dem Qualifikationsniveau spielen vor allem Teilzeitbeschäftigungen und längere (Familien)Auszeiten eine Rolle. Aber auch bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation sind Einkommenslücken festzustellen.

 

In einem Blogbeitrag zur ökonomischen Partizipation von Frauen wird in einer Berechnung des Weltwirtschaftsforums WEF festgestellt, dass es selbst in Westeuropa bei gegenwärtigem Tempo noch 54 Jahre dauern würde, bis von ökonomischer Gleichheit gesprochen werden kann. Bleibt zu hoffen, dass das Tempo deutlich zunimmt.

Bildnachweis: © Eric Audras/PhotoAlto/F1online/Strandperle



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