Als Projektmanager für unsere kommunalen Workshops bin ich häufiger als Referent zu Gast in Kommunen. Letzte Woche war es in Ascheberg in der Nähe von Münster, quasi ein Heimspiel, weil nur gut 60 km von Gütersloh entfernt. Mein Thema war der demografische Wandel in Ascheberg.

Laut unserem Internetportal www.wegweiser-kommune.de werden bis 2030 in Ascheberg 86 % mehr über 80jährige leben. Die erste Person, die ich nach meiner Ankunft in Ascheberg sah, war eine ältere Frau mit Gehhilfe. Dieser erste Eindruck bestätigte damit den bereits laufenden demografischen Wandel.

Leider handicapte mich eine schmerzhafte Knieentzündung, aber so konnte ich mich problemlos auf Behinderungen durch evtl. Barrieren einstellen. Diese merkte ich schnell, denn die Zufahrt zum Rathaus in der Dieningstraße in Ascheberg, in die mich mein Navi führte, war gesperrt.

Ich parkte also ca. 100 Meter entfernt vom Rathaus und trennte mich aus diesem Grund von dem Gedanken eines kleinen Büchertisches. Einige Ansichtsexemplare unserer Publikationen nahm ich mit und potenzielle Interessenten bat ich – leider vergeblich – nach der Veranstaltung mit an den Wagen zu kommen.

Schon der erste Eindruck zeigte mir einige hübsche, aber eben nicht barrierearme Häuser aus den fünfziger Jahren mit ihren kleinen Treppen vor der Haustür: Für mich wären diese Treppen auch schmerzhafte Hindernisse – ebenso wie für Ältere und Gehbehinderte oder auch für junge Eltern mit Kinderwagen.

An der öffentlichen Sozialausschusssitzung nahmen ca. 15 Teilnehmende aus Politik, Verwaltung sowie einige sachkundige BürgerInnen teil. Nach mir referierte Roland Weigel vom Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW zum Thema Seniorengerechte Quartiere.

Auch in Ascheberg habe ich aktuelle und künftige Probleme, die offenkundig sind angesprochen. Es hilft den Kommunen eher, wenn man den Finger in Wunden legt, aber natürlich auch Lösungsvorschläge anbietet. Viel Sensibilisierung ist hier nicht nötig, denn die Diagnose unserer Daten zeigt, dass Ascheberg bis 2030 nur etwas stärker als der Bundesdurchschnitt schrumpfen aber mit 86 % mehr über 80Jährigen deutlich stärker von der Alterung betroffen sein wird. Allein diese Zahl zeigt den deutlichen Handlungsbedarf in Ascheberg. Im Anschluss an die beiden Vorträge besteht bei allen Teilnehmenden und auch parteiübergreifend Konsens, dass die Verantwortlichen in Ascheberg zusammen mit weiteren Akteuren nach Lösungen suchen werden. Möglichkeiten wären hier sicherlich einer unserer Workshops (www.workshops-fuer-kommunen.de) oder eine erste Beratung durch das Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW.

Am Ende humpelte ich zurück zu meinem Auto und war mir sicher, dass nicht nur ich künftig sensibel bin, wenn es um Barrierefreiheit geht….

Über den Autor

Projekt Manager im Programm „LebensWerte Kommune“ für kommunale Workshops zu den Themen Demografie, Seniorenpolitik und Integration.

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