Das Foto zeigt einen jungen Mann, der über einem Rechner sitzt und hackt.
Wir lieben Daten - und deren offene Nutzung.

„Wir lieben offene Daten – und deren freie Nutzung.“ Das war eine der wohl häufigsten Aussagen auf dem zweiten Hackday in Moers, der wiederholt mitten im Rathaus von Moers stattfindet. Neu ist diesmal die unerwartete Mischung der Aktiven: Erfahrung und Profis treffen auf Nachwuchshacker.

Das Foto zeigt zwei Jungs, die beim Hackday vor dem Rechner sitzen und hacken.
Früh übt sich – Hacken

 

// Open Data

Das Treffen firmiert unter dem Stichwort „Open Data“: Staat und Kommunen haben ein Füllhorn an Daten gesammelt. Viele von diesen Daten können in der Anwendung durch Interessierte und auch die Wirtschaft zu einer neuen Form der Wertschöpfung führen. Grundsätzlich geht es bei Offenen Daten um das Konzept, bei dem maschinenlesbare und strukturierte Informationen durch die Verwendung offener Nutzungsrechte von jedermann frei verwendet und verarbeitet werden können. Ausgenommen sind die Daten, die dem Datenschutz unterliegen. Was sich auf den ersten Blick so trocken anhört, ist alles andere als das. Die Stadt Moers ist hier mit wenigen anderen Kommunen federführend und geht bereits den digitalen Weg in die Zukunft.

 

// Impressionen 

Hier ein paar kleine Impressionen und Impulse. (Die konkreten anwendbaren Ergebnisse verblogge ich gerne in einem zweiten Blogpost, weil die erst heute Abend veröffentlicht werden.)

Gestartet sind wir am Freitag mit einem Wirtschaftstalk „Challenge Open Data und Wirtschaft“. Die Herausforderung besteht darin, das ökonomische Potenzial von Daten zu erkennen – und nutzbar zu machen. Ein langer und noch steiniger Weg, hier ausreichend Aufmerksamkeit zu vermitteln. Freie und offene Daten sind dabei bereits erkennbar ein Pfeiler der kommunalen Wirtschaftsförderung. Man muss jedoch wissen, wie Digital funktioniert und welche Denke dahinter steht, um überhaupt fördern zu können. Viele Kommunen dürften sich hier langsam auf den Weg machen.

Dazu hatten wir drei Referenten eingeladen, die dieses Herausforderung diskutiert haben: Dr. Andreas Hey von den Datenfreunden, Alexander Marten, Digital Outlaws und Startuper aus Düsseldorf sowie Prof. Dr. Ulrich Greveler, Hochschule Rhein-Waal.

Das Foto zeigt die Referenten und die Moderatorin bei der Diskussion.
Herausforderung meistern: Open Data und Wirtschaft

Einige zentrale Statements – frisch nach der Diskussion eingefangen:

 

// Rocket Girls 

Ein Novum beim Hackday: Die besondere Einladung an junge Frauen und Mädchen an die Rechner und Daten. Dazu gab es den Workshop mit den Rocket Girls für die Altersgruppe ab der 10. Klasse. Warum ausgerechnet Frauen angesprochen wurden, versteht sich aus den Erfahrungen der Programmierwelt. Hier sind Frauen rar vertreten. Erste Gehversuche im Programmieren standen auf der Tagesordnung, wie der Einstieg mit Command Line, erste Datenschritte in Python mit Jupyter Notebook.

Die Begeisterung war groß. Übrigens wie auch bei den vielen jungen Hackern, die nach Moers gekommen sind, um in der Datenwelt aktiv zu werden:

 

// Offene Daten schätzen lernen

Die Bewegung um Offene Daten wird breiter – der Nutzen wird einer breiten Öffentlichkeit erkennbarer und die Etablierung, in Offenen Daten zu denken, verstetigt sich. Nicht nur aus Transparenzgründen, sondern auch, weil hier ein gewichtiges Potenzial liegt, digitale Strategien zu entwickeln, die für eine smarte Stadt und auch eine smarte Region notwendig sein werden, um ihre jeweilige Lebensqualität aufrecht zu erhalten und Teilhabe für die Menschen zu gewährleisten. Die Chancen von Industrie 4.0, Arbeit 4.0 und auch Internet der Dinge sind ohne offene Daten nicht zu denken oder mit Leben zu füllen. Wichtig wird künftig aber auch die Frage bleiben, wer welche Datensätze bereitstellt, in welcher Zeit – und welche Daten nachgefragt werden.

Das Foto zeigt Hacker im Ratssaal
Hacken in Moers

Eine schon lange Diskussion dazu liegt hinter uns – und eine hoffentlich innovative Wegstrecke noch vor uns. Eins ist klar: Open Data ist keine Modeerscheinung, die morgen schon wieder weg sein wird. Hackdays zeigen, wie dieser Weg aussehen könnte und was (und wer) sich dabei bewegt.

Über den Autor

Bis Oktober 2016 war sie Projektmanagerin im Programm „LebensWerte Kommune“ in der Bertelsmann Stiftung und schrieb im Blog rund um die Themen zu Digitalisierung, Industrie 4.0, Kommunalpolitik im weitesten Sinne,...

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