@Jan Knipperts

In den letzten Wochen war ich im Rahmen der Initiative „Digitale Region – Aus dem Land für das Land“ des Internet & Gesellschaft Collaboratory e.V. (CoLab) unterwegs, in dessen Netzwerk die Bertelsmann Stiftung und das Projekt Smart Country mitwirken und  hielt Impulsvorträge auf Workshops in den beiden Modellregionen Wennigsen (Deister) und Augsburg. Hierfür beschäftigte ich mich besonders mit Handlungsbedarfen im Bereich der Mobilität und möglichen, zukünftigen, digital unterstützten Mobilitätskonzepten und den hierfür benötigten Daten.

Daten zur Mobilität in Regionen

Die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche bringt uns immer ausgereiftere Möglichkeiten, in immer mehr Berufsfeldern nahezu ortsunabhängig zu arbeiten. Gleichzeitig erfordert der Arbeitsmarkt von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern seit Jahren eine immer größere Flexibilität und Mobilität und in den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Berufspendler zusehends erhöht, die insbesondere mit dem Auto oder dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit fahren. Häufig auch über sehr große Entfernungen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Hier kann die Digitalisierung durch neue Arbeitsformen und intelligente Mobilitätskonzepte zu großen Entlastungen führen. Um die Grundvoraussetzungen und aktuellen Bedarfe dafür in den beiden Modellregionen aufzeigen zu können, habe ich die entsprechenden Daten aus dem Wegweiser Kommune, ergänzt durch Marktforschungsdaten von Nexiga und die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, genauer unter die Lupe genommen.

Die Pendlerströme in den beiden Regionen

Angesichts der exzellenten Lage, nur knapp 20 Kilometer südwestlich der Landeshauptstadt Hannover, mitten in der schönen Landschaft des waldreichen Höhenzuges Deister gelegen und dazu dank direkter S-Bahn Verbindung und gut ausgebauter Straßen mit einer sehr gut an die Landeshauptstadt angebunden, überwiegt für Wennigsen klar die Funktion als Wohnort. Von den knapp 5.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten, die in der Gemeinde mit 14.000 Einwohnern wohnen, pendeln 85% zur Arbeit. Die meisten nach Hannover, viele aber auch in die umliegenden Nachbargemeinden.

Auch in unserer südlichen Modellregion Augsburg wird viel im Grünen gewohnt und zum Arbeiten in die Stadt gefahren. Das Einzugsgebiet ist hier naturgemäß deutlich größer (rund 71.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte pendeln nach Augsburg ein, 42.000 aus).  Der Wirtschaftsraum Augsburg zieht dabei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus ganz Deutschland an und auch aus Österreich, Polen und Tschechien kommen Fernpendler nach Augsburg. Die große Mehrheit pendelt aber auch hier innerhalb der Region, also zwischen den Landkreisen Aichach-Friedberg und Augsburg sowie der Stadt Augsburg. Diese regionalen Pendlerströme in der „Region A³“ habe ich mir daher genauer angesehen. Nun möchte ich Ihnen hier aber auch gar nicht groß Kennzahlen wie Pendlersalden, Arbeitsplatz- oder Einzelhandelszentralität der einzelnen Orte auflisten, denn die Datenfreunde GmbH in Berlin haben die Pendlerdaten für uns sehr schön visualisiert. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die tollen Visualisierungen!

Zu den Visualisierungen der Pendlerströme

Über den Autor

Projekt Manager im Programm „LebensWerte Kommune“ der Bertelsmann Stiftung. Jan Knipperts studierte Politikwissenschaften mit den Nebenfächern Soziologie und Rechtswissenschaften an der Universität Osnabrück. Nach seinem Studium war er mehrere Jahre...

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