by Valeska Achenbach

Viele Menschen zieht es in den Ferien an die See oder in die Berge – je nach Persönlichkeit stehen dabei Entspannung oder Aktivitäten im Vordergrund. Die Urlaubszeit ist auch hier in der Stiftung angekommen und ein Teil des Wegweiser-Teams genießt den wohl verdienten Urlaub. Der andere Teil bereitet Neues für den Wegweiser vor – aktiv und entspannt zugleich.

Ein kurzer Blick in die Werkstatt

Wenn neue Daten oder andere Inhalte im Wegweiser veröffentlicht werden, ist im Vorfeld schon viel passiert. Vorarbeiten ziehen sich oft über mehrere Wochen und Monate, viele ganz unterschiedliche Menschen in und außerhalb der Stiftung sind beteiligt und bringen ihre Erfahrungen und ihr Know-how mit ein. Manchmal führen auch Aktualisierungen an der einen Stelle dazu, dass an der anderen Stelle ebenfalls aktualisiert werden muss. Dies ist vor allem bei neuen kommunalen Daten und der Bevölkerungsvorausberechnung bis 2030 der Fall, die wir im Frühjahr dieses Jahres aktualisiert haben.

Neue Demographie-Typen

Die bisherige Demographie-Typisierung basiert auf Daten aus dem Jahr 2008 – höchste Zeit eine Überprüfung vorzunehmen. In fünf Jahren kann sich viel verändern, wir sehen dies gerade an den steigenden Zuwanderungszahlen nach Deutschland, und dies wirkt sich nicht zuletzt auf die demographischen Entwicklungen in den Städten und Gemeinden aus. Auf Basis der aktuellen Daten im Wegweiser (Stand 2013) wurde eine neue Clusterung gerechnet, Gebietsstände haben sich geändert, neue Indikatoren wurden getestet. Wir arbeiten dabei mit der Faktor Familie GmbH aus Bochum und dem Büro für Raumanalysen STADTREGION aus Hannover zusammen. Die ersten Ergebnisse wurden nun vorgestellt, in einer kleinen Experten-Runde diskutiert und das weitere Vorgehen besprochen.

So viel vorab: Es wird wieder neun verschiedene Demographie-Typen geben, einige sind aber inhaltlich etwas anders ausgerichtet. Und es wird auf Grund der heterogenen demographischen und sozio-ökonomischen Entwicklungen in den einzelnen Kommunen zu Verschiebungen in der Zuordnung zu den verschiedenen Typen kommen. Bei den Handlungsansätzen werden die bisherigen Themen weiterhin eine Rolle spielen, wie z.B. Familienfreundlichkeit, Infrastrukturanpassungen oder Bürgerschaftliches Engagement. Aber es werden auch Themen berücksichtigt, die bisher noch nicht im Fokus standen wie Mobilität, Digitalisierung oder Kultur.

Die neue Demographie-Typisierung wird voraussichtlich Ende des Jahres im Wegweiser veröffentlicht, neben den verschiedenen Grafiken und Karten wird es pro Typ eine Analyse mit Handlungsansätzen als PDF zum Download geben.

Demographischer Wandel als Querschnittsthema

Demographische Entwicklungen sind nicht nur komplex, sie wirken sich auch auf nahezu alle kommunalen Handlungsfelder aus. Was beutet dies für eine Kommunalverwaltung, wie kann sie das Querschnittsthema „Demographischer Wandel“ organisieren, steuern? Gespräche mit Verantwortlichen  in der Kommunalverwaltung und -politik im Kontext unserer Arbeit zeigen ein breites Spektrum an möglichen organisatorischen Lösungen auf. Doch wie funktionieren sie? Welche Vor- und auch Nachteile sind mit der Einrichtung einer Stabsstelle oder eines Demographie-Beauftragten verbunden?

Um diese Fragen systematischer beantworten zu können, kooperieren wir derzeit mit dem Lehrstuhl für Public und Nonprofit Management der Uni Potsdam. Im Rahmen eines studentischen Forschungsprojektes wurden in verschiedenen Kommunen Interviews zur Organisationsstruktur in Bezug auf dem Umgang mit dem demographischen Wandel geführt. Im Interview wurden Fragen zu Organisationsformen und ihren Funktionsweisen, zu Koordination und Zuständigkeiten sowie zu Verbesserungspotenzialen gestellt.

Auch hier konnten die ersten Ergebnissen im Rahmen eines Workshops in Potsdam vorgestellt und mit ausgewählten Vertretern aus Wissenschaft, den Kommunen, der KGSt und der Stiftung diskutiert werden. Die Auswertung der Interviews wird derzeit abgeschlossen und nach der Sommerpause im Wegweiser veröffentlicht. Ziel ist es, den kommunalen Praktikern eine Art Werkzeugkasten mit verschiedenen Instrumenten und Organisationsformen zur Verfügung zu stellen, ergänzt um eine Bewertung auf Basis der Erfahrungen aus den befragten Kommunen. Zudem werden wir gute Praxisbeispiele zum Thema im Wegweiser unter Demographie Konkret veröffentlichen – als Anregung für andere Kommunen, das Thema demografischer Wandel weiter zu entwickeln.

Das war’s aus der Werkstatt – wir wünschen allen einen aktiven und/oder entspannten Sommer.

Über den Autor

Senior Project Manager im Programm „LebensWerte Kommune“ der Bertelsmann Stiftung. Petra Klug hat Germanistik, Soziologie, Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit studiert. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind: Demografischer Wandel und Digitalisierung, Smart...

2 Kommentare

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  • Heike

    12.08.2015
    # 01

    Der demografische Wandel macht uns alle etwas sorgen. Ich finde aber persönlich, warum? Alles hat zwei Seiten, sowie positiv als auch negativ! Sorgen macht uns doch nur eins, es ändert sich was und wir wissen nicht wie die Änderung aussieht. Die Angst vor der Zukunft würde ich es jetzt einmal ausdrücken.

    Ich denke, dass wir Menschen gut können ist, lösungsorientiert zu denken …Im Fall einer Lösung steht Zeitarbeit Ulm ebenfalls auch zur Zeit.

    Gruß
    Heike

    • Petra Klug

      17.08.2015 Petra Klug

      Was die zwei Seiten des demographischen Wandels betrifft, stimme ich Ihnen zu: Es gibt Entwicklungen, die Sorgen bereiten und dies völlig zu recht – man denke nur an die schwierige ärztliche Versorgung besonders von älteren Menschen in ländlichen, strukturschwachen Regionen. Aber es gibt auch viele Veränderungen aufgrund des demografischen, sozialen oder technischen Wandels, die sehr spannend sind. Wie unterschiedliche Akteure in Kommunen damit umgehen, kann man sich unter http://www.wegweiser-kommune.de/projekte/kommunal/ anschauen.

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