Das Foto zeigt eine Familie, die als Schatten auf grünen Rasen geworfen wird.
@Monsterkoi/pixabay.com,CCO

Kürzlich im Sauerland: eine Gruppe aus fünf Familien verbringt ein Wochenende in einem schönen, großen Haus, das von einem Wanderverein an Besucher vermietet wird. Für die Kleinen gibt es einen Spielplatz und einen Wald vor der Tür. Die Eltern erfreuen sich an den Abenden an der hauseigenen Zapfanlage. Dass es im Haus kein WLAN gibt, wurde bereits auf der Website des Wandervereins angekündigt. Sei es drum. Ein Wochenende halten wir auch durch mit unserem mobilen Datenvolumen. Wenn da nur nicht die Alarmanlage wäre. Einer der Hausherren macht uns nach einer extrem lauten Kostprobe des guten Stücks darauf aufmerksam, dass die Nutzung des Internets die Alarmanlage auslöst. Also Achtung! Das wäre auch schon mal einem kleinen Schüler passiert, der sich hier oben in der Pampa im Internet rumtrieb. Ja wer macht denn auch sowas?

Diese Anekdote steht sicherlich nicht exemplarisch für das Sauerland und sein Verhältnis zum Netz. Sie macht jedoch nachdenklich.

Smart City ist bekannt

Es ist viel die Rede von Smart Cities und dem enormen Potenzial, das sie in vielerlei Hinsicht bieten: aus ökonomischer, ökologischer oder gesellschaftlicher Sicht. Doch das gleiche gilt für Regionen wie das Sauerland, außerhalb der großen Städte. Sie stehen im Wettbewerb mit dem vielfältigen Angebot, das Städte zu bieten haben. Und in mancherlei Hinsicht können Sie diesen Nachteil nicht ausgleichen. Ein Kino, Theater oder ein hippes Restaurant findet nicht in jeder kleinen Kommune sein zu Hause. Doch die Möglichkeiten, die das Internet zur Daseinsvorsorge bietet, können auch die Kommunen zum Wohle ihrer Bürger nutzen: eine leistungsfähige Breitbandversorgung vorausgesetzt.

Smart Country ist noch unentdeckt 

Das neue Projekt Smart Country der Bertelsmann Stiftung sucht nach innovativen und erfolgreichen Ansätzen, die soziale Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger außerhalb von Städten ermöglichen. Wie kann sichergestellt werden, dass die Menschen in nicht-urbanen Räumen gleichwertige soziale Teilhabe genießen wie die Bürgerinnen und Bürger im urbanen Raum? Welche Ansätze von Kommunen gibt es, die Digitalisierung zu nutzen, um die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu sichern oder zu steigern? Welche konkreten Beispiele gibt es, die zeigen, wie die Digitalisierung die Teilhabe der Menschen außerhalb der Städte sichert? Die Bertelsmann Stiftung sucht nach Beispielen, die folgende Bereiche abdecken: Gesundheit und Pflege, Wirtschaft und Arbeit, Politik und Verwaltung, Mobilität und Logistik, Lernen und Information.

Ich mache mich von nun an gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung auf die Suche nach Beispielen für Smart Country. Auf Twitter bin ich unterwegs als @mariosorg und freue mich hier über Hinweise, die zeigen, dass auch im Sauerland und vergleichbaren anderen ländlichen Regionen, die Digitalisierung ihr positives Potenzial entfalten kann, ohne reihenweise Alarmanlagen auszulösen.

Über den Autor

Project Manager im Programm LebensWerte Kommune der Bertelsmann Stiftung. Nach einem Studium der Politischen Wissenschaft, Neueren Geschichte und Medienwissenschaft, hat Mario Wiedemann über mehrere Jahre hinweg freiberuflich als Berater für...

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