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Hackday – erste Ergebnisse

Hackday Moers und junge Hacker

Nach zwei Tagen ging der Hackday in Moers zuende. Wir hatten den Tag gemeinsam mit der Stadt Moers als federführende Open Data Kommune ausgerichtet. 60 Aktive waren beim Hackday vor Ort in Moers. Als der verantwortliche Open Data Experte der Stadt, Claus Arndt, und wir den Gedanken aufgegriffen haben, hatten wir gehofft, dass vielleicht 6 bis 8 Personen Interesse zeigen würden.

Über den Verlauf am ersten Tag habe ich ja bereits geschrieben. (Blogpost dazu findet sich hier.)

Ergebnisse, die begeistern

Es gab auch Ergebnisse, über die ich gerne kurz berichten möchte. So wird deutlich, wie umsetzungsorientert der Umgang mit offenen Daten abläuft und wie viel Herzblut und hohe Fachkompetenz sowohl im Programmieren als auch im Trüffeln nach Daten darin stecken. Der Ehrgeiz ist immer da, dass am Ende einer solchen kreativen Zeit auch etwas entsteht, das man bereits öffentlich zeigen kann.

Baustellen und offene Daten

Den Anfang machte die Gruppe um Klaus Deja und Ernesto Ruge. Ihr Ziel war die Verarbeitung von Daten zu Baustellen in der Stadt Moers. Diese wurden so verabeitet, dass nun eine Karte entstanden ist: “”Wie mobil ist man bei uns in Moers?” Jede Baustelle ist vermerkt, klickt man die jeweiligen Baustellen an, kommen weiterführende Informationen hinzu. Einen Blick drauf werfen kann man hier. 

Foto

Grafik der Baustellen

Verkehrsdaten – Eupener Straße in Moers

Ein weiteres Ergebnis stellten Stefan Kaufmann und Juliane Wessalowski aus Ulm vor. Sie hatten sich Verkehrsdaten aus Moers vorgenommen, die die Stadt extra noch zur Verfügung gestellt hatte. Ziel war:  Die Verkehrszählungsdaten mit Uhrzeit und Tempo etwa der Eupener Straße so aufzubereiten, dass man ein Profil der Bewegungen ablesen konnte. Wie schnell sind die Fahrzeuge in der 30er Zone wirklich gefahren und wie häufig wurde damit das Limit überschritten. Die erste erstelle Grafik ist da schon aussagefähig:

Datenrohmasse

Grafik von Verkehrsdaten

Social Networking 

Auch “the Kids” hatten ein Ergebnis vorzustellen. Sie haben ein Angebot für Jugendliche gebastelt, eine Art eigenes Social Network, in dem man Nachhilfe organisieren könnte, schulfachspezifisch und auch orientiert nach Klassenstufen. Die Idee war, das System anpassungsfreundlich zu gestalten, so dass auch Events eingetragen werden können.

Kids beim Hackday

Das LärmTool – wie leise ist Moers?

Eine Gruppe um Elmar Burke und Madeleine Neumann entwickelte eine Lärm-App. Das Tool misst, wie laut oder wie leise es an einem bestimmten Ort ist. Ganz neu dabei: die App ist usergetrieben. Jeder kann sie mit seinen weiteren Daten füttern, also konkrete Details zu dem Ort hinzufügen, so dass die Inhalte stetig mit jeder Nutzung wachsen.

Hackday Lärmapp

 Den Haushalt transparent machen 

Die Coder um den Berliner Thomas Tursics hatten sich den Haushalt in Moers vorgenommen. Ihr Ziel: Transparenz schaffen und die bisherigen Daten zu visualisieren. Sie brauchten noch ca. 2 Stunden, um dann am Abend zu einem ersten Ergebnis zu kommen. Der Haushalt ist jetzt “bunt” und für die Öffentlichkeit verständlicher aufbereitet.

Hackday Haushaltsdaten

Code for Niederrhein – Gründung wahrscheinlich

Am Ende haben sich sogar bis jetzt elf Interessierte angemeldet, die nach dem Hackday weitermachen möchten. Sie sind auf dem Weg, ein eigenes “Code for Niederrhein” zu gründen. Der Weg bis dahin wird dann von “Code for Germany” begleitet. Damit dürfte also ein weiteres Codelab in Deutschland zum Netzwerk hinzukommen. Das allein ist eine ganz große Freude.

 

Was zeigt sich am Ende?

Ein deutliches Fazit des Hackday in Moers lautet: Offene Daten bereit zu stellen, ist nicht nur etwas für große Kommunen mit Erfahrung. Jede Kommune kann solche Daten öffnen und bereitstellen. Es kommt dann auch darauf an, ob sich vor Ort Interessierte finden, die diese Daten erkennen und in eine Wertschöpfung neuer Art überführen können. Dazu braucht es nicht nur Tüftler, die coden können, sondern auch Interessierte, die ein Gespür für Problemstellungen oder besondere Lösungsvorstellungen für die Entwicklung in Kommunen haben.

Der Weg hin zur Öffnung von Aktenschränken der Verwaltung ist beschritten. Es werden mehr werden. Und das ist ein gutes Zeichen, denn die Bürger interessieren sich für ihre Stadt. Daten helfen, diese Stadt neu zu verstehen und weiterzuentwickeln.

Wer mehr darüber wissen möchte, möge sich gerne melden.

Fotos: Anke Knopp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über den Autor

Bis Oktober 2016 war sie Projektmanagerin im Programm „LebensWerte Kommune“ in der Bertelsmann Stiftung und schrieb im Blog rund um die Themen zu Digitalisierung, Industrie 4.0, Kommunalpolitik im weitesten Sinne,...

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