Das Foto zeigt ein Straßenschild mit der Aufschrift Inspiration.
Inspiration - Zukunft digitale Region

Digitalisierung ist kein Hype. Digitalisierung ist gekommen, um zu bleiben. Wie sich die Digitalisierung aber auswirken wird und wie man sie auch regional gestalten kann, das sind zentrale Themen, die auf Antworten warten. Antworten liegen schon zahlreich vor: Daher freue ich mich, dass ich neben der Arbeit im Projekt „Smart Country“ der Stiftung auch als Expertin in der 11. Initiative des Co:llaboratory Internet & Gesellschaft mitwirken darf. Schwerpunkt ist die „DigitaleRegion“. Die Initiative arbeitet diesmal mit „Unternehmen für die Region“ zusammen. Am 6. April fand dazu der Auftakt in Berlin statt.

 

Das Foto zeigt das Logo Digitale Regionen.
Digitale Regionen – 11. Initiative des CoLab

 

Notwendiger Brückenschlag

Gebraucht wird ein Brückenschlag von den impulsgebenden „Hotspots“ der Entwicklung auch in die ländlichen Regionen, die sonst regelrecht vom Netz und seinen Möglichkeiten abgeschaltet werden (könnten) – gerade auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der sinkenden Bevölkerungszahlen auf dem Land ist das eine zentrale Baustelle. Als Problemaufriss beschreibt das CoLab daher:

„70% aller Industriearbeitsplätze werden im ländlichen Raum angeboten und der digitale Wandel betrifft insbesondere Industrieunternehmen, weshalb die Digitalisierung gerade den klein- und mittelständischen Unternehmen (ca. 99% der deutschen Unternehmen) eine große Chance im Standortwettbewerb bietet, zugleich aber umfassende Veränderungen erfordert. Voraussetzung für steigende Standortattraktivität ist, dass klein- und mittelständische Unternehmen den Schritt zur Umstrukturierung wagen und sich den neuen Anforderungen an Fachkräftesicherung, Mitarbeiterweiterbildung oder Arbeitszeitmodelle anpassen. Regionale Netzwerke, die sich diesem Wandel, mit all seinen Chancen und Hürden stellen, Ansätze aufzeigen und umsetzen, sind hier ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg.“

Die Auftaktveranstaltung gestern zeigte bei einer Teilnahme von rund 70 Interessierten einen Querschnitt der Interessen. Gerald Swarat leitet die 11. Initiative des CoLab und gab den Startschuss zur ergebnisoffenen ersten Runde. Welche Schwerpunkte wollen wir in den nächsten sechs Monaten tieferbohren – und wo wollen wir konkret Anwendungen in den Regionen ausprobieren?

Das Foto zeigt Gerald Swarat auf der Bühne.
Gerald Swarat eröffnet die 11. Initiative „DigitaleRegion“.

 

Netzwerk auf Augenhöhe

Die Experten der Initiative „Digitale Region“ arbeiten in den nächsten Wochen meist online mit wenigen realen Treffen in und mit regionalen Netzwerken zusammen – der Realitätscheck vor Ort wird also eine Nagelprobe der Arbeit sein. Einige Regionen wollen sich mit ihren Stärken, lokalen Strukturen und bereits etablierten Modellen den Chancen des digitalen Wandels öffnen. Gleichwohl bleiben die übergeordneten Themen zentral. Die ersten AGs haben sich gebildet, mit „Wirtschaft und Arbeit“, mit „Gesundheit und Pflege“, „Bildung“ aber auch „Politik und Verwaltung“, schließlich auch mit „Facing Fears“. Mein Part war gestern ganz unverhofft die Moderation der letzen AG: Fears. Allerdings mit nur 2 Teilnehmern, während die übrigen AGs gut besucht waren. Die Ergebnisse finden sich bald auf der Seite des CoLab.

 

Das Foto zeigt die TN einer Diskussionsrunde auf der Bühne.
Start der 11. Initiative – erste Diskussionsrunde startet

 

Aber schon mal so viel aus meiner AG (grundsätzlich war ich froh, dass sich nicht so viele Menschen für „Ängste“ gemeldet haben – so ist Digitales hier ein Segen positiv besetzt):

Facing Fears ist gemeint im Sinne von „Befürchtungen in den Blick nehmen“. Angst, so haben wir diskutiert, hat viele Gesichter und ist ein Querschnittsthema. Neben der viel besungenen „German Angst“ gibt es auch die europäische und die internationale Angst. Bezogen auf das Netz hieß die deutsche Perspektive aber diesmal nicht „Angst wegen Datenschutz, Angst wegen WLAN…“. Im Zentrum stand gestern ganz konkret die Angst der klein- und mittelständischen Unternehmen, wie und ob sie sich in der Digitalisierung aufstellen sollen. Konkret stand die Frage im Raum, ob man möglichen disruptiven Geschäftsmodellen standhalten kann. Oder auch die nötigen Fachkräfte nicht mehr zu bekommen, weil man im Wettbewerb mit dem urbanen Raum stehe. Auch die Frage einer überalterten Gesellschaft im ländlichen Raum kam zum Tragen: steigt der Anteil der Hochbetagten über das leistbare Maß? Interessante Ansätze, die wir zunächst als Basis gesammelt haben und in den nächsten Wochen vertiefen werden.

Nicht nur eine Frage der Technik

In der CoLab-Initiative „DigitaleRegion“ geht es zudem nicht allein um das technisch mögliche, sondern um eine konsequente Nutzer- und Problem-Orientierung, die Einbindung der lokalen, funktionierenden Netzwerke in der Problemdefinition und Lösungsfindung. „Ihre Kompetenz, Etablierung und Vernetzung in der Region trägt dazu bei, die individuellen Schwächen und Stärken der Regionen zu identifizieren, um eben nicht Lösungen für nicht vorhandene Probleme zu schaffen oder die Angebote an den Notwendigkeiten und Bedürfnissen den Menschen vor Ort vorbei zu konzipieren. Nur so können erarbeitete Geschäftsmodelle und Lösungen ihre Akzeptanz in der Bevölkerung finden und eine langfristige Perspektive darstellen.“

Das ist also zunächst mal der rote Faden für die zukünftige Arbeit im CoLab. Ich werde regelmäßig dazu bloggen. Zudem wird auch die Seite des CoLab dazu stetig Neues bereit halten. Falls Sie das Thema packt – schreiben Sie. Ich nehme alle Anregungen, Fragen und Ideen gerne mit in die nächsten Runden. Wie gesagt: Wir orientieren uns an Vernetzung und den Bedürfnissen der Menschen vor Ort. Nur zu…

Über den Autor

Bis Oktober 2016 war sie Projektmanagerin im Programm „LebensWerte Kommune“ in der Bertelsmann Stiftung und schrieb im Blog rund um die Themen zu Digitalisierung, Industrie 4.0, Kommunalpolitik im weitesten Sinne,...

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