Hinweisschild Stadtplanung
@ Thomas Kunsch

Heute soll es hier einmal nicht darum gehen, wie sich demografische Entwicklungen auf die Zusammensetzung der Bevölkerung auswirken. Welche Städte und Gemeinden wachsen oder welche schrumpfen, wo mehr jüngere oder mehr ältere Menschen leben. Vielmehr interessiert uns, wie Kommunalverwaltungen das Querschnittsthema demographischer Wandel organisieren und in ihre Verwaltungsstruktur einbauen.

Für Kommunalverwaltungen ist es offenbar nicht immer einfach, das Thema demografischer Wandel umfassend anzugehen und zu bearbeiten. Ein Grund dafür besteht sicher darin, das es als Querschnittsthema nahezu alle kommunalen Zuständigkeiten betrifft und von vielen, ganz unterschiedlichen Planungsbereichen berücksichtigt werden muss. Die organisatorische Anbindung des Themas ist dementsprechend vielfältig: vom Demografie-Beauftragten, über eine Stabsstelle bis zur Eingliederung in bestimmte Fachabteilungen.

 

Welche Organisationsform erfüllt ihren Zweck am besten?

Diese Frage stand nach Gesprächen mit Vertretern aus Kommunalverwaltungen und -politik im Raum und lässt sich nicht einfach beantworten. Spielen die Größe oder der finanzielle Spielraum einer Kommune eine Rolle? Oder hängt die Wahl einer bestimmten Organisationsform von der „demografischen Betroffenheit“, d.h. von einem entsprechenden Handlungsdruck ab?

Um diese Frage etwas fundierter beantworten zu können, wurde im Rahmen eines Studierenden-Projektes des Lehrstuhls für Public und Nonprofit Management der Uni Potsdam die Studie „Organisation des demographischen Wandels in Kommunalverwaltungen“ erstellt. Ziel des Projekts war es zum einen zu analysieren, wie demografische Herausforderungen in Kommunen organisiert und koordiniert werden. Zum anderen wurde untersucht, wie erfolgreich bzw. zweckmäßig diese organisatorischen Varianten sind und welche Empfehlungen sich daraus ableiten lassen. Die Projektgruppe hat dazu deutschlandweit 33 Kommunen mit unterschiedlichen Ausgangssituationen und Organisationsstrategien befragt und die Ergebnisse ausgewertet.

 

Kommt ganz darauf an…

… so müsste wohl die Antwort auf die oben gestellte Frage lauten. Die Studie ist sicher nicht repräsentativ und erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zeigt aber sehr wohl unterschiedliche Lösungsansätze auf und versteht sich als Orientierungshilfe für interessierte Kommunen. Welcher Ansatz am bestem zum Ziel führt, muss jede Kommune für sich selbst abwägen. Letztendlich muss es für alle Kommunen darum gehen, ihre Entscheidungs- und Steuerungsfähigkeit in Zeiten des demografischen Wandels zu behalten.

Über den Autor

Senior Project Manager im Programm „LebensWerte Kommune“ der Bertelsmann Stiftung. Petra Klug hat Germanistik, Soziologie, Berufs- und Wirtschaftspädagogik sowie Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit studiert. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind: Demografischer Wandel und Digitalisierung, Smart...

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