@Wolfgang Wähnke

Fast 300 Teilnehmende aus 29 Ländern nahmen auch dieses Jahr wieder am Berliner Demographie Forum teil. Die Veranstalter (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Allianz SE und ESMT European School of Management Technology) können inzwischen auf umfangreiche Erfahrung mit der Durchführung zurückblicken und schaffen es jährlich eine beeindruckend hochkarätige Veranstaltung zu organisieren. In diesem Jahr ging es um das Thema Arbeit, Lebenschancen und Wohlstand.

Die Bertelsmann Stiftung war wieder mit einen Ausstellungsstand vertreten und aus meiner Sicht fielen folgende Dinge auf:

  • Auch hier gibt es wirklich kaum neue Erkenntnisse für Praktiker
  • Die Nachfrage – nicht nur nach unseren Publikationen – fällt jedes Jahr geringer aus
  • Den größten Nutzen dieser Veranstaltung bietet allerdings Networking auf hohem Niveau
  • Zentrale demografische Herausforderung wird weiterhin das Thema Alterung sein, obwohl die aktuelle Flüchtlingsdebatte alle anderen Themen überlagert.

Zudem beklagen kommunal tätige PraktikerInnen die zunehmende Informationsflut. Eine Teilnehmerin klagte, dass ihre Arbeit in einem Landkreis von der mangelnden Transparenz über die Vielzahl an Studien, Projekten, guten Beispielen, Publikationen oder auch Förderungsmöglichkeiten erschwert wird.

In einem Panel zur Integration von Flüchtlingen bestand Konsens, dass eine schnelle und gute Integration von Flüchtlingen den entscheidenden Schlüssel darstellt. Hier gibt es viele gute Lösungen, um eine bessere und schnellere Integration von Flüchtlingen zu realisieren. So wies die Ministerpräsidentin des Saarlandes Annegret Kramp-Karrenbauer darauf hin, dass es im Saarland nach dem Bestehen eines Mathematik-oder Physiktests und einem anschließenden einjährigen Sprachkurs möglich ist, ein Ingenieurstudium zu starten.

Eine weitere sinnvolle Initiative einiger Unternehmen findet sich im Internet unter www.wirzusammen.de. Hier stellen Unternehmen Maßnahmen vor die sie selbst durchführen oder die ihre Belegschaften inspirieren sollen, Integrationsprojekte zu unterstützen.

Konsens bestand aber auch darüber, dass Deutschland aufgrund seiner großzügigen Haltung einen enormen Imagegewinn zu verzeichnen hat, gleichwohl aber die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema deutlich zugenommen hat. Bischof Markus Dröge von der evangelische Kirche Berlin-Brandenburg machte aber deutlich, dass die Stimmung an der Basis der freiwilligen Organisationen noch nicht gekippt ist und Luisa Seiler von SINGA Deutschland ergänzte, das ein persönlicher Kontakt zu Flüchtlingen mit einem deutlich größeren Optimismus verbunden ist.

Über den Autor

Projekt Manager im Programm „LebensWerte Kommune“ für kommunale Workshops zu den Themen Demografie, Seniorenpolitik und Integration.

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