Sozialplanung für Senioren – Erfolgsfaktor für zukunftsorientierte Seniorenpolitik

Der ländliche Raum altert und dieser Trend wird auch in den nächsten Jahren anhalten. Die betroffenen Kommunen müssen sich darauf einstellen und möglichst auf Basis einer Sozialplanung für Senioren geeignete Konzepte für eine zukunftsorientierte Seniorenpolitik erarbeiten.

Die Bertelsmann Stiftung hat in den letzten Jahren eine Reihe seniorenpolitischer Projekte für Kommunen durchgeführt und teils auch evaluiert. Beispiele hierfür sind eine Expertenkommission „Ziele in der Altenpolitik“, „Leben und Wohnen im Alter“, „Neues Altern in der Stadt“ oder das Netzwerk „Soziales neu gestalten“.

 

Konkrete Umsetzungshilfe vor Ort ist gefragt

In diesen Projekten und bestätigt durch eine Bürgermeisterbefragung wurde deutlich, dass konkrete Umsetzungshilfe vor Ort der zentrale Wunsch kommunaler Akteure war und vermutlich immer noch ist. Aus den oben genannten Projekten entstanden daher kommunale Workshops, die für viele Kommunen eine wichtige Starthilfe für eine zukunftsorientierte Kommunalpolitik darstellte. Die nachhaltige Wirkung dieser Workshops wurde im Rahmen von Selbstevaluationen bestätigt und damit auch die These, dass kommunale Akteure keine neuen Modellprojekte oder Publikationen benötigen.

Mit der Website www.sozialplanung-senioren.de (SoSe) bietet die Bertelsmann Stiftung seit 2007 zudem ein hilfreiches Instrument zur Nutzung kommunaler Indikatoren für eine Daten gestützte und zukunftsorientierte Neuorientierung der kommunalen Seniorenpolitik.

 

Warum ist eine Sozialplanung für Senioren wichtig?

Eine demographisch verantwortliche Seniorenpolitik sollte kleinräumig orientiert sein und sich an den jeweiligen Problemstellungen der Menschen in den Kommunen ausrichten. Gerade in kleineren Kommunen im ländlichen Raum fehlen geeigneten Sozialplanungsinstrumente.  www.sozialplanung-senioren.de konnte hier in zahlreichen Fällen helfen, Daten als Grundlage für weitere Planungsprozesse zu sammeln, zu interpretieren und zielführende Maßnahmen einzuleiten. Die Daten (z. B. demografische Entwicklungen und Prognosen unseres Wegweisers oder Ergebnisse von Seniorenbefragungen) können

  • Seniorenpolitische Transparenz erzeugen
  • Probleme verdeutlichen
  • Akteure aus Politik und Verwaltung sensibilisieren und Handlungsdruck erzeugen
  • Zielformulierungen, Strategien und Konzepte vorbereiten
  • Entscheidungen vorbereiten und nachvollziehbar machen
  • Den Einsatz knapper Ressourcen optimieren
  • Zielüberprüfung und Evaluation ermöglichen

Es gibt kaum noch Erkenntnis- wohl aber Umsetzungsprobleme

Inzwischen gibt es eine kaum überschaubare Anzahl von Modellprojekten, guten Beispielen, Studien, Publikationen oder auch Veranstaltungen zur kommunalen Gestaltung einer zukunftsorientierten Seniorenpolitik. Schon seit Jahren ist klar, dass es im Bereich der kommunalen Seniorenpolitik kaum noch Erkenntnis- wohl aber Umsetzungsprobleme gibt. Deshalb hat sich die Bertelsmann Stiftung neben anderen Akteuren (z. B. Generali Zukunftsfond) entschieden, außer Digitalisierungsthemen keine weiteren kommunalen seniorenpolitischen Projekte zu bearbeiten und die Website Sozialplanung für Senioren nicht mehr zu aktualisieren.

 

Umsetzungshilfe künftig durch den KECK-Atlas

Kommunen, die im Bereich der Seniorenpolitik aktiv sind und Umsetzungsunterstützung suchen, können diese aber auch künftig finden. Mit dem KECK-Atlas der Bertelsmann Stiftung lassen sich Herausforderungen Daten gestützt darstellen und z. B. für Berichte oder Handlungskonzepte aufbereiten. Das Instrument kann bundesweit kostenfrei von Kommunen für die kleinräumige Berichterstattung genutzt werden. Im KECK-Atlas für Nordrhein-Westfalen stehen aktuelle Sozialplanungsdaten für alle Kreise und Gemeinden zur Verfügung. Bundesweit stellen zahlreiche Kommunen diese Daten bereits unterhalb der Gemeindeebene, für Stadtteile bzw. Quartiere dar. Mehr Informationen unter:  https://www.keck-atlas.de/keck/kommunen-auswahl.html

 

Foto: Franki Chamaki / Unsplash – Unsplash License, https://unsplash.com/license



Kommentare

  1. / von Dorothee Raspel

    Danke! Ein sehr interessanter Beitrag!

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