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Wie sieht eine Smart City aus? – So wie Stockholm!

@Petra Klug

Das Thema Digitalisierung wird bei uns heiß diskutiert – oft unter negativen Vorzeichen. Ganz anders in Schweden: Wir haben uns mit ganz unterschiedlichen Menschen in Stockholm zum Thema ausgetauscht und viele spannende Dinge über die Chancen der Digitalisierung gelernt.

Unterwegs sein in Stockholm heißt, sich durch eine wunderbare Stadt am Wasser zu bewegen. Im Rahmen unserer internationalen Recherche-Reise zum Reinhard Mohn Preis „Smart Country – Teilhabe für alle sichern“ waren wir auch in Schweden unterwegs und haben sehr engagierte Menschen in unterschiedlichen Institutionen besucht, beispielsweise Digidel, Swedish Agency for Economic and Regional Growth, Vinnova, KTH Royal Institute of Technology, eGovLab, Internet Foundation, Swedish Broadband Forum.

 

Warum Schweden?

Zur inhaltlichen Vorbereitung des Reinhard Mohn Preises sind wir auf der Suche nach guten digitalen Projekten und Anwendungen in verschiedenen Handlungsfeldern wie Wirtschaft & Arbeit, Gesundheit & Pflege, Politik & Verwaltung, Mobilität & Logistik sowie Lernen & Information – nicht nur in Schweden, sondern weltweit. Was Schweden für uns besonders interessant macht, ist seine nationale Digitalisierungsstrategie.

In Schweden wird nicht nur über Digitalisierung diskutiert, sondern sie wird auch realisiert. Ein erstes Strategiepapier der IT-Kommission der Regierung wurde bereits in den 90er Jahren auf den Weg gebracht. Der Ausbau schneller (Glasfaser)Netze als Grundlage für eine „Information Society for all“ (veröffentlicht 2000) wurde mit großem Erfolg vorangetrieben – eine sehr zukunftsorientierte  Entscheidung zu einem Zeitpunkt, als vielerorts die Notwendigkeit dafür noch bei weitem nicht erkannt wurde. Eine Entscheidung, die viele technisch innovative Entwicklungen zur Folge hatte. Und eine Entscheidung, die Schweden – im Vergleich zu Deutschland – in Sachen Digitalisierung einen Vorsprung von mehr als 10 Jahren einbringt.

 

Digitale Inklusion

Aber Digitalisierung wird in Schweden nicht nur unter technischen Aspekten gesehen. In der schwedischen „Konsens-Gesellschaft“ sind umfangreiche Beteiligungsprozesse ganz unterschiedlicher Art und Akteure fest verankert – und sicher auch ein Erfolgsfaktor. Ein besonderes Projekt in diesem Kontext ist Digidel, ein Netzwerk, das aus etwa 20 verschiedenen Partnern besteht, darunter viele Bibliotheken und kommunale Einrichtungen.

Dieses nicht-hierarchische, unabhängige und demokratische Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, digitale Inklusion in Schweden zu verbessern, das Wissen über und die Nutzung von digitalen Services zu erhöhen wie mit der „Get Online Week“. Dazu werden ganz unterschiedliche Zielgruppen adressiert, beispielsweise Senioren oder Menschen in entfernt gelegenen Regionen – und „entfernt“ bedeutet in Schweden viele Kilometer und Stunden.

 

Wie geht‘s weiter?

Die vielfältigen Informationen und Erfahrungen, die wir bei unserer internationalen Recherche sammeln konnten, fließen in unterschiedlicher Form in unsere weitere Projektarbeit ein. Und es wird an dieser Stelle weitere Reiseberichte in loser Folge geben: aus Estland, Israel und Österreich.

Über den Autor

Senior Projekt Manager im Programm „LebensWerte Kommune“ der Bertelsmann Stiftung. Sie hat Germanistik, Soziologie und Berufs- und Wirtschaftspädagogik studiert. Petra Klug beschäftigt sich mit den Themen rund um den demographischen...

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