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Wie digitale Angebote die Lebensqualität auf dem Land steigern

Eine Hand hält ein Smartphone auf das Meer. Zu sehen ist durch das Display das Meer und die Küste
CC0 Public Domain, unsplash.com

Wenn hierzulande vom „Land“ die Rede ist dann häufig in einem negativen Zusammenhang: Landflucht, aussterbende Gemeinden, fehlender Nahverkehr. Vielleicht fällt Ihnen auch direkt ein Stigma ein, das ländlichen Regionen anhaftet. Doch es häufen sich in jüngster Zeit Geschichten, die Vorzüge des ländlichen Lebens erzählen. Viele von ihnen heben die Digitalisierung in unterschiedlichen Bereichen als Treiber eines positiven Wandels hervor. Wir haben selbst in mehreren Beiträgen aufgezeigt, wie kleine Kommunen vom digitalen Wandel profitieren können,  z.B. in „Workations“ – Kreativurlaub auf dem Lande oder in Arbeit, Ferien, Internet – die neue Mischung. Außerdem hat die Initiative Digitale Region des CoLab einige Bausteine für den Weg hin zu einer digitalen Region ausgearbeitet.  Und ein Blick auf das, was das Projekt Digitale Dörfer geleistet hat, lohnt sich ebenfalls.

Ein Leben auf dem Land kann also durchaus Zukunft haben. Es gibt viele digitale Maßnahmen, die die Lebensqualität in ländlichen Regionen verbessern können. Wir haben uns für Smart Country ins (digitale) Werratal begeben, um eine kleine Videoserie zu drehen. Sie zeigt, wie digitale Angebote die Lebensqualität „auf dem Land“ steigern.

Digitales Werratal hat eine Antwort auf den demographischen Wandel

Was passiert, wenn der demografische Wandel ganze Landstriche leerfegt? In vielen Regionen in Deutschland passiert genau das: Die jungen Menschen ziehen in die Städte, um dort Arbeit zu finden. Das digitale Werratal in Nordhessen zeigt, wie man das Internet nutzen kann, um Ideen zu Smart Country gegen die Landflucht zu realisieren. Wir nehmen Sie mit auf eine Reise in ein historisches Städtchen mit Zuwanderung.

 

Fernarbeit im digitalen Werratal

Die Digitalisierung macht vor keinem Lebensbereich Halt. Längst organisieren sich die Menschen digital. Auch die Formen zukünftiger Arbeit ändern sich. Die Rede ist dann von Arbeit 4.0 : Kommt das Häuschen im Grünen nicht an die Arbeit, kommt die Arbeit eben nach Hause ins Grüne. Homeoffice, Fernarbeit, Homework, Telearbeit – dafür gibt es viele Begrifflichkeiten, die neue Formen der Arbeit umschreiben. Die digitalen Möglichkeiten sind groß, seine Arbeit auch daheim leisten zu können. Die technischen Gegebenheiten geben es her, auch im ländlichen Raum. Familie und Beruf lassen sich dadurch besser vereinbaren. Dies bietet eine höhere Lebensqualität und die Teilhabe an Arbeit in ihren neuen Formen.

 

Feinkost aus dem digitalen Werratal

Viele landwirtschaftliche Betriebe versuchen, mit einem Hofladen ein zweites finanzielles Standbein aufzubauen. In dünn besiedelten Gebieten sucht man Laufkundschaft häufig aber vergebens. Das Internet bietet diesen Betrieben die Möglichkeit, ihre Produkte auch überregional zu vermarkten. Im Werratal haben wir zwei Erzeuger regionaler Produkte getroffen. Sie profitieren davon, ihre Waren dank des Internets in ganz Deutschland anbieten zu können.

 

Mobilität im digitalen Werratal

Der demographische Wandel stellt viele Kommunen und ihren öffentlichen Nahverkehr vor eine Herausforderung: Wie kann bei sinkenden Einwohnerzahlen eine gute Nahverkehrsversorgung gesichert werden? Das ländlich geprägte Werratal hat darauf eine Antwort gefunden. Mit dem digitalen Angebot „Mobilfalt“ werden öffentlicher Nahverkehr und private Fahrten vermengt. Wer privat mit dem Auto unterwegs ist, kann eine Mitfahrgelegenheit online einstellen. Interessenten können sich melden und diese Mitfahrgelegenheiten auch mit den Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs kombinieren, um sich eine passende individuelle Route zusammenzustellen.

Geocaching für den Tourismus nutzen

Urlaub auf dem Land heißt nicht nur Ruhe und Abgeschiedenheit im Offline-Idyll – die Digitalisierung bietet auch für den Tourismus in den ländlichen Gebieten Chancen. Ein Beispiel: Geocaching.

Über den Autor

Project Manager im Programm LebensWerte Kommune der Bertelsmann Stiftung. Nach einem Studium der Politischen Wissenschaft, Neueren Geschichte und Medienwissenschaft, hat Mario Wiedemann über mehrere Jahre hinweg freiberuflich als Berater für...

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