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Hackday Moers: Offene Daten für eine lebenswerte Kommune

Ein prall gefüllter Ratssaal im Rathaus der Stadt Moers
Eröffnung der dritten Hackdays in Moers (Foto: Mario Wiedemann)

Er ist schon fast eine Institution: der Hackday Moers. Wer sich mit Open Government und offenen Daten beschäftigt, stößt früher oder später auf die Open-Data-Metropole am Niederrhein, die am 18. und 19. März zur dritten Ausgabe des Hackdays Moers einlud.

Die Idee der offenen Daten ist einfach: die Kommunalverwaltungen sitzen auf einem Berg von Daten, die einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen können. Voraussetzung dafür ist, dass sie frei zur Verfügung gestellt werden und sich jemand dieser Daten annimmt, um aus ihnen etwas Sinnvolles zu kreieren. Und hier kommen die Hackdays Moers in Spiel.

Bereits in den vergangen beiden Jahren hat der Hackday gezeigt, wie Visualisierungen oder Apps auf Basis offener, kommunaler Daten entstehen können (siehe auch unsere Berichte über den ersten und zweiten Hackday). Dafür braucht es engagierte Bürgerinnen und Bürger mit entsprechenden Fertigkeiten. In Moers haben sie sich zwei Tage lang versammelt, wie z.B. die Mitglieder von Code for Niederrhein.

Mitglieder des Code for Niederrhein posieren in TShirts des Code for Niederrhein
Mitglieder des Code for Niederrhein (Foto: Mario Wiedemann)

Bevor es für die Teilnehmenden ans Hacken ging gab es thematischen Input. In einer Video-Keynote widmete sich André Spang, (Referat „Digitale Gesellschaft, Medienkompetenz NRW“ der Staatskanzlei NRW und auf Twitter bekannt als @tastenspieler) ganz allgemein den Vorzügen digitaler Tools, speziell im Bildungsbereich. Wolfgang Ksoll präsentierte die vom Smart-Country-Team veröffentlichte Studie „Open Data – Wertschöpfung im digitalen Zeitalter“, in der u.a. zahlreiche Erfolgsbeispiele aus der Nutzung offener Daten – national wie international – präsentiert werden. Am Nachmittag starteten die Programmierer die Arbeit an ihren Projektideen, auf die ich gleich noch weiter eingehe.

Feinstaubsensoren – ein Hacker-Projekt nimmt Fahrt auf

 

Ein Vater fragt seine beiden Söhne: „Habt Ihr die Sensoren fertig?“

„Ja, Papa“.

Der Hackday Moers zieht auch das junge Publikum an, die mit ihrer IT-Kenntnis verblüffen. Die beiden Jungs aus diesem Dialog verbrachten mit ihrem Vater das ganze Wochenende im Rathaus Moers und bastelten während des Highlights am zweiten Tag an Feinstaubsensoren, die in Moers die Belastung durch Feinstaub messen sollen.

Frank Riedel vom OK Lab Stuttgart präsentierte zuvor die von Stuttgart ausgehende Idee, die nur wenigen offiziellen Feinstaubmessstationen durch zahlreiche inoffizielle Feinstaubsensoren zu ergänzen. Das Ziel ist eine flächendeckende Messung des gefährlichen Feinstaubes. Die Initiative des OK Lab Stuttgart fand sowohl national als auch international große Beachtung in den Medien und nun auch Anwendung in Moers.

Ein Teilnehmer der Hackdays Moers baut einen Feinstaubsensor zusammen
Zusammenbau von Feinstaubsensoren (Foto: Mario Wiedemann)

Am Nachmittag des zweiten Tages präsentierten die Programmierer unter den Teilnehmenden des Hackdays schließlich ihre Ergebnisse. Darunter fanden sich eine Android-App von einem 15-jährigen, der einen Überblick über Geschäfte in Moers vermittelt, eine Visualisierung der Orte an denen in Moers häufig geblitzt wird und eine Karte, die die Geburtsorte der Moerser Bürgerinnen und Bürger visualisiert. Die Anwendungen sind noch nicht alle fertig. Sie werden aber in Zukunft sicherlich auch Eingang finden in das offene Datenportal der Stadt Moers, in dem neben den Rohdaten auch die Open-Data-Anwendungen präsentiert werden.

Besonders beeindruckt haben mich auf den Hackdays die jungen Menschen, die sich teilweise ohne Vorkenntnisse, dafür aber mit umso mehr Enthusiasmus an die Aufgabe machten, offene Daten zu visualisieren. So kamen zwei Jungs zum ersten Mal zum Hackday. Am Ende stand eine Visualisierung von Fahrradständern an Moerser Schulen.

Mehr Informationen und Bilder von den Hackdays Moers finden sich u.a. im Bericht der Rheinischen Post, auf dem storify-Account der Stadt Moers und auf Twitter unter #ODDMO17. Eine vierte Auflage des Hackdays Moers ist nicht offiziell verkündet aber das Open-Data-Team in Moers scheint sich schon drauf zu freuen.

Über den Autor

Project Manager im Programm LebensWerte Kommune der Bertelsmann Stiftung. Nach einem Studium der Politischen Wissenschaft, Neueren Geschichte und Medienwissenschaft, hat Mario Wiedemann über mehrere Jahre hinweg freiberuflich als Berater für...

2 Kommentare

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  • Kirsten

    23.03.2017
    # 01

    Eine Initiative die Schule machen sollte. Spannende Daten und junge Menschen gibt es in jeder Kommune.

    • Mario Wiedemann

      24.03.2017

      Absolut. Voraussetzungen dafür sind nur dass die Daten eben auch offen zur Verfügung gestellt werden und man sie dann mit diesen jungen Menschen (wobei es natürlich immer nur junge sein müssen) zusammenbringt. Ein Format wie der Hackday eignet sich hervorragend dafür.

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