Blick von unten auf eine Anzeigetafel der Bahn im Bahnhof
Foto: Infotafel von Jean Pierre Hintze/flickr.com, CC BY-SA 2.0

Sommerzeit ist Reisezeit. Deutsche Urlauber bevölkern die Strände an Nord- und Ostsee, Mittelmeer und Atlantik. Politiker reisen in ihrem Wahlkreis umher und gehen auf Stimmenfang. Und ich begebe mich auf Open-Data-Reise: quer durch die Republik in die Open-Data-Städte. Zumindest in einige von ihnen.

Die Zahl der Kommunen mit einem eigenen Open-Data-Portal wächst stetig. Und auch auf Bundesebene nimmt das Thema offene Daten immer weiter an Fahrt auf. Nun wurde der 1. Nationale Aktionsplan zur Open Government Partnership veröffentlicht. Darin ist Open Data mehrfach und prominent erwähnt. Der Aktionsplan ist nach dem Open-Data-Gesetz ein weiteres untrügliches Zeichen dafür, dass die Bedeutung von Open Data weiter zunehmen wird.

Während in einigen Kommunen vermutlich noch länger gerungen wird, bis wenigstens ein kleiner Teil der Verwaltungsdaten als Open Data veröffentlicht wird, haben andere Kommunen bereits einiges an Erfahrung mit offenen Daten sammeln können.

Diese Erfahrungen sind es, die mich nun voraussichtlich in 5 Städte, unter anderem nach Bonn, Ulm und in den Landkreis Lüneburg (weitere Orte folgen), reisen lassen. Die Auswahl der Städte ist rein subjektiv und folgte keinem ausgeklügelten Kriterienkatalog. Ich habe z.B. einige Empfehlungen über die Open-Data-Facebook-Gruppe eingesammelt.

Open Data ist ein Wert an sich

Der Prozess der Öffnung von zuvor gut gehüteten Daten hin zur Bereitstellung offener Daten ist ein Wert an sich. Er erzeugt Transparenz und rüttelt an verkrusteten Strukturen in der Verwaltung. Und solange keine personenbezogenen Daten betroffen sind gibt es nur wenige Fälle, in denen es überhaupt einen Grund gibt, kommunale Daten NICHT zu veröffentlichen. Die Erhebung der Daten geschieht schließlich im Auftrag der Bürger, letztlich für die Bürger und mit dem Geld der Bürger (der Satz wäre gegendert zu lang geworden 🙂 )

Doch ist natürlich auch die Frage interessant, was mit diesen Daten passiert. Wer nutzt sie und was wird mit ihnen gemacht? Welchen Mehrwert haben die Bürgerinnen und Bürger? Und ist Open Data vielleicht ein Spielfeld für die Interaktion zwischen Kommunalverwaltung und Zivilgesellschaft?

In vielen Städten, die offene Daten bereitstellen, gibt es bereits organisierte Gruppen, die mit den offenen Daten hantieren. Sie entwickeln Apps, Visualisierungen und stehen in Kontakt mit der Kommune, indem sie z.B. Feedback zur Qualität der Daten geben oder Vorschläge machen für die Öffnung neuer Datenbestände. Mit diesen Gruppen möchte ich in Bonn, Ulm, Lüneburg oder anderswo ebenfalls sprechen.

Stimmungsbild zu Open Data in Kommunen

Am Ende meiner Reise durch die Open-Data-Städte, die keinen Anspruch darauf erhebt JEDE Open-Data-Stadt zu besuchen, erhoffe ich mir eine Art Stimmungsbild. Wie steht es um Open Data in den Kommunen? Außerdem nehme ich gerne etwas Inspiration mit für den Wegweiser Kommune und Smart Country, die das Thema Open Data weiter bearbeiten werden.

Ich werde über jede dieser Reisen bloggen. Nächste Woche geht’s los. Nach Bonn. Zur Einstimmung bitte hier entlang.

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Foto: Infotafel von Jean Pierre Hintze/flickr.com, CC BY-SA 2.0

Über den Autor

Project Manager im Programm LebensWerte Kommune der Bertelsmann Stiftung. Nach einem Studium der Politischen Wissenschaft, Neueren Geschichte und Medienwissenschaft, hat Mario Wiedemann über mehrere Jahre hinweg freiberuflich als Berater für...

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