Blick auf die Stadt Altena
Altena (Foto: Dirk Hagedorn/commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0)

Vor einigen Tagen stand die NRW-Kommune Altena mal wieder im Rampenlicht. Dieses Mal war es der mit 10.000 € dotierte Nationale Integrationspreis, den Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein stellvertretend für die vielen engagierten Menschen in Altena von Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt.

Wenn eine ehemalige Projektkommune ausgezeichnet wird, freuen wir uns immer ganz besonders und wir wissen meist auch etwas über die Faktoren der erfolgreichen Arbeit unserer Projektpartner. So wurden in Altena im Projekt „Neues Altern in der Stadt“ (NAiS) in 2005 Prozesse gestartet, die nicht nur zu einer deutlichen Steigerung des Engagements führten, es wurden auch Grundlagen gelegt, die für andere Themen und Vorhaben – wie jetzt die Integrationsprojekte für Flüchtlinge – nutzbar sind. Dadurch wurde Altena schon 2008 mit dem NRW-Preis für innovative Kommunen von der NRW-Bank und dem Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Erfolgsfaktoren im damaligen NAiS-Projekt die im Rahmen unserer begleitenden Evaluationen bestätigt wurden, waren:

  • Strategische datenbasierte Vorgehensweise
  • Vernetzung kommunaler Akteure
  • Unterstützung durch den Bürgermeister

Ausgangspunkt im NAiS-Projekt war in Altena eine Analysephase, in der zunächst kommunale Daten in den einzelnen Quartieren erfasst und von kommunalen Akteuren diskutiert wurden. Aufgrund der Datenanalyse wurde von den beteiligten Akteuren (aus Verwaltung, Politik, Wohlfahrtsverbänden, Bürgerschaft) dann das Thema kommunale Engagementförderung priorisiert.

In der anschließenden Aktionsphase konnten durch eine so genannte aktivierende Befragung zahlreiche Menschen für ein kommunales Engagement gewonnen werden. Die schriftliche Befragung ermittelte bereits vorhandenes Potenzial und neue oder zusätzliche Engagementbereitschaft. Sie wurde professionell begleitet und war quasi die „Keimzelle“ für die Engagementsteigerung in Altena.

Als erste NAiS-Maßnahme wurde in einem ehemaligen Stellwerk http://www.stellwerk-altena.de/ eine von Freiwilligen betriebene Freiwilligenagentur gegründet: Dessen Spektrum reicht von Besuchsdiensten über eine Demenzgruppe bis hin zu Pflanzpaten. In den rund 10 Jahren wurden immer mehr Menschen erreicht. Das Stellwerk bedient ca. 500-1000 Menschen. Ab 2013 entstanden dort auch die ersten niederschwelligen Flüchtlingssprachkurse und die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt verbesserte sich laufend.

Diese kommunale Engagementstrategie zeigt offensichtlich nicht nur eine breite (von Seniorenthemen bis hin zu Integration) sondern auch eine sehr nachhaltige Wirkung, denn die hohe Engagementquote war laut Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein ausschlagebend  für die erneute Auszeichnung.

Foto: Dirk Hagedorn/commons.wikimedia.org, CC BY-SA 3.0

Über den Autor

Projekt Manager im Programm „LebensWerte Kommune“ für kommunale Workshops zu den Themen Demografie, Seniorenpolitik und Integration.

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