Ressourcenfresser und Klimakiller „par Excellence“: die Einweg-Plastikflasche

Es gibt Zahlen und Fakten, die einen grundsätzlich vernunftbegabten Menschen ebenso sprachlos wie fassungslos zurücklassen. Dabei sollten sie eher nachdenklich machen und zu einer schonungslosen Änderung des (eigenen) Verhaltens anregen.

Am vergangenen Freitag, 8. Juni, beispielsweise quollen die Medien beinahe über mit erschreckenden Zahlen für die Umwelt und unsere eigene Zukunft. Seit 2009 wird dieser Tag von den Vereinten Nationen als „World Oceans Day“, als Tag des Meeres, begangen. Dieser Tag ist auch dringend notwendig angesichts der notleidenden Nr. 14 der Sustainable Development Goals (SDGs), das uns die Aufgabe stellt, Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.

Dabei sollte doch mittlerweile bei uns allen angekommen sein, dass sich spätestens im Jahr 2050 mehr Plastikmüll als Fische in den Weltmeeren tummeln wird, wenn wir so weitermachen wie bisher.

Aber genau das tun wir, wenn wir wider besseres Wissen und jede Vernunft nicht endlich damit aufhören, Einweg-Plastikflaschen als stets greifbare und im wahrsten Sinne des Wortes leicht zu transportierende Alternative zur umweltfreundlichen Glasflasche anzusehen.

Fakten also:

2 Millionen Einweg-Plastikflaschen werden in Deutschland stündlich verbraucht. Macht rund 46 Millionen Stück pro Tag. Hochgerechnet ca. 17 Milliarden Plastikflaschen im Jahr.

Dabei steigt die Zahl der Verbraucher die zu Plastikflaschen greifen stetig an. Mittlerweile sind Einweg-Plastikflaschen das dominierende Packmittel bei Getränken. Sie haben einen Gesamtanteil von rund 54 Prozent.

Und damit nicht genug. Viele dieser Klimakiller bestehen nach wie vor aus Neumaterial, für dessen Herstellung begrenzt vorhandenes und zutiefst umweltbelastendes Rohöl eingesetzt wird. 665.000 Tonnen jährlich, um es genau zu nehmen. Damit könnte eine halbe Million Einfamilienhäuser wenigstens ein Jahr lang beheizt werden.

Hinzu kommt: Einwegflaschen werden über deutlich längere Distanzen transportiert als die Mehrweg-Alternative. Sie werden in weniger Anlagen abgefüllt und in der Regel bundesweit verkauft. Mineralwasser in Einweg-Plastikflaschen wird 450 Kilometer transportiert, bis es den Weg in unsere Sport- oder Aktentasche findet, Mehrwegflaschen nur 260 Kilometer.

Summa summarum verursacht Mineralwasser aus Einwegflaschen schlichtweg doppelt so viel CO2 wie Mehrwegflaschen. Sie sind also nicht nur Ressourcenfresser, sondern auch Klimakiller „erster Güte“!

Die beschriebenen 17. Mrd. Einweg-Plastikflaschen in Deutschland summieren sich auf 500.000 Tonnen Müll. Sie reichen übereinandergestellt 16 Mal von der Erde bis zum Mond. Problemlos könnte man mit ihnen die Erde 150 Mal umrunden. Oder wir könnten die Stadt Kassel damit unter einem Müllberg begraben.

Abschließend: Die jährlich zur Plastikflaschenherstellung notwendige Menge Kunststoff entspricht dem Gewicht von mehr als 140.000 Elefanten. Für sie wiederum dürfte unter anderem das Globale Entwicklungsziel (SDG) Nr. 15 relevant sein. Das schauen wir uns in einem der nächsten Beiträge genauer an.

 



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